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Stand: 08.09.2016

Pressemitteilung

LOS kann loslegen

Ehrenamtliche möchten sich gern engagieren, wissen aber teilweise nicht wo und wie. Daher hat das Caritas-Zentrum Landau eine Orientierungs- und Schulungsreihe für Ehrenamtliche ins Leben gerufen, die am 23. Juni im Pfarrzentrum St. Albert in Landau vorgestellt wurde. Knapp 70 Interessierte waren der Einladung zur Kick-Off-Veranstaltung der Landauer Orientierungs- und Schulungsreihe für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit (LOS) gefolgt. Nach dem zweistündigen Infoabend hatte sich bereits die Hälfte der Anwesenden angemeldet.

Ihren Dank für das Schulungsangebot und ihre Freude über die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung bekundeten auch die Landrätin des Landkreises Südliche Weinstraße, Theresia Riedmaier, und der Leiter des Landauer Sozialamtes, Hans-Joachim Malo, die ebenfalls Gäste der Kick-Off-Veranstaltung waren.

Große Hilfsbereitschaft bei Ehrenamtlichen
In den vergangenen beiden Jahren war die Zahl neu aufgenommener Asylsuchender in der Südpfalz stark angestiegen Vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingsproblematik zeigten die Menschen eine erfreulich große Hilfsbereitschaft. Daher hatte das Caritas-Zentrum Landau ein Schulungsangebot erarbeitet, das die Ehrenamtlichen in ihrem Engagement unterstützt und ihnen Handwerkszeug zum Umgang mit den alltäglichen Problemen vermittelt, berichtete Kühn bei der Kick-Off-Veranstaltung.

Referentin Sarah Schmitt vom Fachdienst Migration und Integration im Caritas-Zentrum Landau stellte die Situation anhand von Zahlen vor. Weltweit seien knapp 60 Millionen Menschen, referierte Schmitt von der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl ermittelte Daten, sind auf der Flucht vor Kriegen, Konflikten und Verfolgung. Durchschnittlich 42.500 Menschen pro Tag wurden allein im vergangenen Jahr zu Flüchtlingen. Entsprechend habe sich die Anzahl der Asylanträge in Deutschland von rund 50.000 im Jahre 2010 auf 200.000 im Jahre 2014 gesteigert. In diesem Jahr werde mit rund 450.000 Asylanträgen gerechnet, berichtete Schmitt. Rund die Hälfte der Antragsteller stamme aus den Balkanstaaten, weitere zu den „TopTen“ gehörende Länder seien Syrien, Irak, Afghanistan, Eritrea und Somalia. Die steigende Zahl der Flüchtlinge würde sich auch in der vor Ort unterzubringenden Asylsuchenden widerspiegeln: So kamen 2013 insgesamt 84 neue Asylbewerber nach Landau, allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres waren es schon 135.

Aufgrund dieser Entwicklung sei ehrenamtliche Hilfe ein wichtiger Beitrag zur Bewältigung der Situation. Diese Hilfe könne zum Beispiel darin bestehen, Anschaffungen oder Reparaturen für die Unterkunft der Flüchtlinge zu organisieren, ihnen kostenlose Deutschkurse anzubieten, den Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen und Erwachsene bei Behördengängen zu begleiten. Aber auch Spenden – etwa in Form von Bus- oder Telefonkarten – seien eine Unterstützung, zählte Schmitt auf.

Ein Modell für eine nachhaltige Begleitung könne das „Tandem-Projekt“ sein, das vom Landauer Caritas-Zentrum in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Helfern schon vor zehn Jahren entwickelt wurde – anfangs für die Betreuung und Integration derjenigen, deren Asylbegehren bereits anerkannt worden war. Wie eine solche kontinuierliche Begleitung im „Tandem“ gestaltet werden kann, schilderten Hassan Hirsi und Falk Härle dem Publikum. Seit zwei Jahren begleitet Härle den aus Somalia stammenden Hirsi als Tandempartner.

LOS soll nun dazu beitragen denjenigen, die bereit sind, sich den Flüchtlingen zur Seite zu stellen, Orientierung über die Möglichkeiten und Zugänge zur Hilfe sowie über eigene Fähigkeiten und Grenzen zu geben, führte Frank Kotterer aus. Die Teilnehmer sollen zudem wichtige Sachinformationen zur Asyl- und Verfahrensproblematik erhalten sowie die Möglichkeiten des Netzwerkens und zum Austausch untereinander sichten und auch selbst weiterentwickeln. Für die einzelnen Module seien renommierte Referenten gefunden worden, konnte Kotterer berichten, darunter zwei Wissenschaftlerinnen, die sich in ihren jeweiligen Schwerpunkten mit Fluchtforschung und Psychotraumatologie befassen.

Angelegt sei LOS trotz der Aufteilung auf fünf Einzeltermine als Einheit, unterstrich Kotterer. Wer sich anmelde, solle den Besuch aller fünf Module einplanen, empfahl er. Für eine vollständige Teilnahme werde anschließend ein Zertifikat ausgestellt. Denn, so erläuterte er weiter, ein Ziel der Schulung sei auch, in den Absolventen Multiplikatoren zu gewinnen, die ihrerseits anschließend weitere Ehrenamtliche unterstützen können.

Ausgelegt ist LOS auf 25 Teilnehmer. Die Teilnahme ist kostenlos. Aufgrund der Begrenzung sei allerdings eine Anmeldung erforderlich, fügte Bruno Kühn an. Auch wenn schon am Kick-Off-Abend der Anmeldungseingang das Platzkontingent überschreite, laufe die Anmeldefrist noch bis zum 7. Juli weiter, unterstrich der Leiter des Caritas-Zentrums. Denn bei der Platzvergabe für die erste Schulungsreihe solle - hinsichtlich des beabsichtigten Multiplikatoren-Effekts – auf eine möglichst den gesamten Bereich der Südlichen Weinstraße abdeckende Wohnortverteilung der Teilnehmer geachtet werden.

Andererseits werde Kühn sich um die Realisierung einer zeitnahen zweiten Schulungsstaffel bemühen, wenn die Anmeldezahl noch entsprechend weiterwachse. Davon, dass er die nötigen Sponsorenmittel dafür einwerben könne, sei er überzeugt, betonte Kühn. Das Anmeldeformular werde in Kürze auf der Homepage www.caritas-zentrum-landau.de zum Download bereitgestellt  – bereits jetzt ist dort der Infoflyer zu LOS zu finden. Die Unterlagen könnten aber auch über den E-Mail-Kontakt auf der Homepage angefordert werden.

Herausgegeben vom:
Caritasverband für die Diözese Speyer
Text: Waltraud Itschner
Copyright: © caritas  2021